Beim Tag der offenen Tür der Grundschule Wutach können sich Besucher ein Bild davon machen, wie dort eigenständig gelernt wird.

WUTACH-EWATTINGEN (frie). Zu einem Tag der offenen Tür lud die Grundschule in Ewattingen am vergangenen Donnerstag ein. Fünf Lehrkräfte und 53 Schüler gewährten dabei Einblicke in ihren Schulalltag, der sich von herkömmlichen Grundschulen durch die offene Unterrichtsform und das eigenständige Lernen im individuellen Tempo, stark unterscheidet (wir berichteten mehrfach).

Seit dem Schuljahr 2010/2011 werden die Schüler der Klassen eins bis vier jahrgangsübergreifend unterrichtet und bekommen von den Lehrern nur Hilfestellung, wenn sie diese auch tatsächlich benötigen. Ein weiteres Merkmal des Ewattinger-Schulkonzeptes ist der Verzicht auf Noten, so dass die Schüler hier keinerlei Druck ausgesetzt sind.

Kinder in diesem Alter sind naturgemäß wissbegierig und wollen etwas lernen, was Grundvoraussetzungen für nachhaltiges und erfolgreiches Lernen sind. Außerdem motivieren sich die Kinder gegenseitig und die Leistungsstärkeren helfen ihren schwächeren Klassenkameraden in der Regel gerne.

"Gemeinsames Lernen und aktives Handeln sollen den Kindern unterschiedliche Zugangsweisen zum Stoff ermöglichen", erläutert Schulleiter Klaus Elbers das neuartige Unterrichtskonzept. Und das kommt sowohl bei den Schülern als auch bei den Eltern bisher bestens an. Martina Riester aus Ewattingen hat fünf Kinder, von denen das jüngste bereits die neunte Klasse besucht. Trotzdem ist sie zum Tag der offenen Tür gekommen, um sich zu informieren und sich bei einer Tasse Kaffee mit einer jungen Mutter auszutauschen. "Ich finde das Konzept, welches angstfreies Lernen nach individueller Bereitschaft und Können ermöglicht, ganz toll. Das bietet maximale Konzentrationsfähigkeit und jedes Kind wird da abgeholt, wo es steht", fasst Martina Riester ihre Eindrücke zusammen. Auch Claudia Kaiser, Sekretärin der Grundschule Bonndorf, und Franziska Gatti, die als pädagogische Assistentin an der Grundschule Bonndorf arbeitet, sind nach Ewattingen gekommen, um sich ein Bild über das außergewöhnliche Schulkonzept zu machen. "Es ist unglaublich, wie ruhig es hier ist", wundert sich Claudia Kaiser, die auch einen anderen Geräuschpegel kennt. Franziska Gatti hingegen findet es beeindruckend, wie die Kinder sich selbst organisieren können.

Für den Tag der offenen Tür hätten sich das Kollegium und die Elternvertreter, die Kaffee und Kuchen anboten, eine bessere Resonanz erhofft. Wahrscheinlich lässt sich dies mit der laufenden Berichterstattung, der Kooperation mit dem Kindergarten St. Josef, oder einfach dadurch erklären, dass viele Eltern das Schulkonzept durch ihre älteren Kinder bereits kennen. So ist es auch bei Ulrike Krause, deren jüngster Sohn Kevin die Grundschule besucht, und die begeistert meint: "Diese Schule ist das Beste, was meinem Sohn passieren konnte!"

Durch die Verwendung unserer Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.