Grundschüler und Kindergartenkinder genießen Lesung mit dem Kinderbuchautor Werner Färber / Spannung war garantiert.

Frederick-Tag in Wutach: Gespannte Aufmerksamkeit herrschte im Klassenzimmer, als Autor Werner Färber aus seinen Büchern vorlas. Foto: Rittner

WUTACH (rit). Bereits seit 17 Jahren gibt es landesweit den "Frederick-Tag", ein Lese- und Literatur-Fest für Kinder. Wie in den vergangenen Jahren konnten es auch die Schüler der Grundschule Ewattingen und die Kindergartenkinder aus Wutach der kleinen Maus Frederick gleichtun und Geschichten für den Winter sammeln. Am Montag waren alle Kinder zu einem etwas anderen Schultag eingeladen, dessen "Stundenplan" die Landfrauen aus Ewattingen zusammengestellt hatten.
Da dieser Tag nicht zum ersten Mal in Ewattingen stattfand, freuten sich die meisten Kinder ausnahmsweise einmal auf den Montagmorgen. Doch in diesem Jahr konnten sie auf ein ganz besonderes Ereignis gespannt sein. Der Vorleser der Geschichten, die sie zu hören bekommen sollten, war der Autor selbst. So konnten die Kinder einmal hören und erleben, wer der Mensch ist, der sich eine Geschichte ausgedacht und sie aufgeschrieben hat.

Der in Hamburg lebende, von der Schwäbischen Alb stammende Autor Werner Färber stellte den Kindern, die in zwei Gruppen aufgeteilt wurden, zwei seiner Bücher vor. Bereits seit 1985 ist Färber als freier Autor tätig und schreibt Bücher für Kinder. Die Geschichten sind illustriert und richten sich an Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren.

Zwei Kindern war der Autor, der sich zunächst einmal seinen Zuhörern vorstellte, bereits bekannt, da sie Bücher von ihm zu Hause besitzen. Trotz aller Freude wurde es unter den aufgeregten Kindern schnell leise, als Werner Färber vorzulesen begann. Für die erste Gruppe las er seine Geschichte "So ein Bruder" vor. Die Kleinen hatten gleich ihre helle Freude an der lebendigen Art und Weise, wie Färber seine Geschichte nicht nur vorlas, sondern mit viel Engagement und Leidenschaft vortrug. Besonders lustig fanden sie zahlreiche Schimpfwörter, die in der Geschichte verwendet wurden und die sie alle kannten, wenngleich sie solche Wörter eigentlich nicht benutzen sollten. Doch die Geschichte spielt im Alltag und handelt von einem Tag im Leben des Mädchens Silke. Während Silke Hausarbeiten machen möchte, wird sie immer wieder von ihrem kleinen Bruder Robin gestört. Bald beginnen die beiden zu streiten. Trotzdem muss Silke ihren Bruder nach den Hausarbeiten mit auf den Spielplatz nehmen. Dort wird sie von älteren Kindern gehänselt und mit bösen Schimpfwörtern beleidigt. Sie ist ganz traurig und bekommt Angst, bis Robin sie verteidigt und die Älteren verjagt. Nun sind beide wieder vereint und der Streit unter ihnen ist vergessen. Zum Dank wünscht sich der kleine Bruder am Abend zu Hause eine Geschichte von seiner großen Schwester, die ihm "die Geschichte vom starken Robin, der die bösen Toreros aus den Latschen haut" erzählen soll.

Während des Vorlesens stellte der Autor einige Fragen an die Kinder. Auch sie selbst durften Fragen stellen. So wollten die jungen Zuhörer wissen, wie viele Bücher er bereits geschrieben habe und wie aus einer Geschichte überhaupt ein Buch wird? Wie arbeitet ein Autor? Bereits 140 Kinderbücher hat Werner Färber, der zunächst eigentlich Lehrer werden wollte, verfasst. Während eines Auslandsaufenthalts merkte er schnell, dass der Lehrberuf nicht seiner Berufung entsprach, und wurde dann als Übersetzer und freier Autor tätig. Er arbeitet am PC, wie er den Kindern erzählte, und schreibt damit die Geschichten auf, die er sich ausgedacht hat. Danach sendet er das Manuskript an einen Verlag, der es, wenn es als Buch erscheinen soll, an einen Illustrator weitergibt. Zum Schluss wird das Buch gebunden und kommt dann in die Buchläden zum Verkauf.

Landfrauen warten mit leckerem Frühstück auf

Nach der Geschichte gab es für die Kinder, die gespannt zugehört hatten, erst einmal ein Frühstück, welches die Landfrauen vorbereitet hatten. An einem großen Buffet konnten sich die Kinder leckere Dinge wie frisches Obst und Gemüsestücke mit Butterbrot oder frisch gebackenem Hefezopf aussuchen und danach schmecken lassen. Dazu gab es Wutacher Apfelsaft und viel Gelächter unter den Kindern, denen dieser Tag große Freude bereitete.

Nach der Stärkung waren die Kinder der zweiten, dritten und vierten Klasse mit Zuhören dran. Werner Färber las ihnen die Geschichte "Das Krokodil im Silbersee" vor. Zwei der Kinder kannten diese Geschichte bereits. Ihnen und ihren Mitschülern war es ebenso wie den jüngeren Kindern anzumerken, welche Faszination das Vorlesen einer Geschichte auslösen kann, besonders dann, wenn sie so lebendig und witzig gelesen wird, wie vom Autor selbst, der die Idee dazu hatte.
Die Kleinsten, die Kindergartenkinder, durften einem Kasperletheater, in dem ihnen eine Geschichte erzählt wurde, zusehen und hatten dabei viel Spaß.

Damit konnte der Frederick-Tag in Ewattingen in diesem Jahr wieder bewirken, was sein Anliegen ist: Bei den Kindern die Freude am Lesen und an Literatur wecken und Geschichten lebendig werden lassen.

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